So tricksen Banken bei den Girokonto-Gebühren

Fast jeder braucht es, fast jeder hat es: Das Girokonto. Zahlreiche Banken und Sparkassen haben ihre Kunden in den letzten Jahren mit kostenlosen Girokonten verwöhnt. Neben der Kontoführung waren häufig sämtliche Buchungen wie Überweisungen oder Lastschriften kostenlos. Lediglich für spezielle Leistungen wie Kreditkarten wurden in der Regel Gebühren fällig. Bei fast allen Banken gab es entsprechende Angebote. Teils waren diese mit der Auflage verbunden, dass der Kunde das Konto ausschließlich online, also völlig papierlos, führen musste.

Spätestens nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins auf Null gesenkt hat, können Banken und Sparkassen mit den Kundengeldern auf den Girokonten kaum noch eine vernünftige Rendite erwirtschaften. Nach und nach verabschieden sich die Geldhäuser von ihren kostenlosen Kontomodellen oder bieten diese nur noch für Kunden mit sehr hohem Guthaben an.

Kundeninformation im Rahmen eines Werbeschreibens

Den Banken ist natürlich daran gelegen, dem Kunden Informationen über Gebührenerhöhungen sehr schonend, oder am besten gar nicht mitzuteilen. Zu groß ist die Gefahr, dass Kunden zu denjenigen Wettbewerbern wechseln, die heute noch kostenlose Konten anbieten. Diese Kunden dürften später selbst dann nicht zurückkehren, wenn nirgends mehr ein gebührenfreies Konto zu bekommen ist.

Um ihre Kunden über das Ende ihres kostenlosen Kontos dennoch zu informieren, bedienen sich manche Institute eines einfachen Tricks. Sie versenden Schreiben an die betroffenen Kunden, die zunächst nach einem harmlosen Werbeschreiben aussehen. In einer Vielzahl der Fälle dürften diese Schreiben ungelesen im Papierkorb der Empfänger verschwinden. Tatsächlich haben es diese Schreiben aber in sich. Geradezu beiläufig und in einem Nebensatz versteckt wird auf die zukünftige Gebührenpflicht hingewiesen. Auf das gesetzlich zustehende Widerspruchsrecht wird nur auf der Rückseite des Schreibens verwiesen. Wenn der Kunde der Gebührenankündigung nicht widerspricht, gilt diese als angenommen. In der Praxis dürfte ein Widerspruch jedoch zwecklos sein, weil die Bank in diesem Falle die Kontoverbindung ihrerseits kündigen dürfte.

Versteckte Erhöhung der Dispozinsen

In vollmundig formulierten Anschreiben kündigen Banken ihren „hoch wertgeschätzten Kunden“ eine Erhöhung des Dispolimits an. Statt über den bisherigen Dispobetrag können die Kunden zukünftig über einen weitaus höheren Dispo verfügen. Sie sind damit „weitaus flexibler in ihren finanziellen Entscheidungen“. Was zunächst für viele Kunden verlockend klingt, erweist sich beim genaueren Hinsehen ebenfalls als übler Trick. Ganz nebenbei, eventuell erst auf der Rückseite des Schreibens, weist die Bank darauf hin, das mit dieser Erhöhung des Dispolimits auch eine – teilweise drastische – Erhöhung der hierfür fälligen Dispozinsen einhergeht. Auf das gesetzlich zustehende Widerspruchsrecht wird ebenfalls möglichst unauffällig hingewiesen. Wie bereits oben im Artikel erwähnt, dürfte ein Widerspruch gegen die Zinserhöhung in der Praxis jedoch zur Kündigung der Kontoverbindung durch die Bank erfolgen.

Wie schützt man sich gegen hohe Gebühren fürs Girokonto

Auf jeden Fall sollten Schreiben von Banken aufmerksam gelesen werden. Häufig haben allzu positiv klingende Neuerungen und Änderungen einen Haken den es zu beachten gilt. Dispokredite sind stets mit hohen Zinsen verbunden. Soweit notwendig, sollten nach Möglichkeit Ratenkredite mit niedrigeren Zinsen vereinbart werden.

Kontoinhaber sollten prüfen, ob die kontoführende Bank ein günstigeres Kontomodell anbietet. Reine Online-Konten bieten gegebenenfalls weiterhin Kostenvorteile.

Sollte die bisherige Bank tatsächlich nur Konten anbieten, deren Konditionen schlechter als die der Konkurrenten sind, sollte über einen Wechsel der Bank nachgedacht werden.

Um Kostenfallen zu vermeiden und die günstigsten Konditionen für die eigenen Bedürfnisse zu finden, bietet sich an Girokonten online zu vergleichen, z. B. hier:

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